1951-1970

1951

Die Löschgruppe Süchteln-Vorst erhält einen Tragkraftspritzenanhänger TSA.

Im Mai wird der Kreisbrandmeister auf Dienstfahrt in Süchteln auf eine Rauchentwicklung am Dachstuhl der Kirche hingewiesen. Es brennen ein Stützbalken und der Firstbalken. Das Feuer wird mit 2 Rohren bekämpft. Die alarmierte Feuerwehr aus Dülken muss nicht eingreifen.

Insgesamt kommt es im Berichtsjahr bis zum 31.März zu 6 Einsätzen.

1952

Am 22.Mai findet die Übergabe des umgebauten und aufgestockten Gerätehauses des Löschzuges I am Ostwall durch die   Stadtverwaltung statt.

Auch in diesem Jahr kommt es am 06. Juli und am 08. Juli wieder zu größeren Bränden im Strohlager der Papier & Pappe AG. Unmittelbar hintereinander brennen durch Blitzschlag mehrere Mieten. Wieder werden Feuerwehren der gesamten Region eingesetzt.

1953

In den Berichtsjahren 51/53 werden 56 Uniformen und diverses Schlauchmaterial angeschafft. Des Weiteren werden mehrere Feuerlöschbrunnen gebaut und in Betrieb genommen. Gesamtkosten rund 23500DM.

Am 21.März wird eine Katastrophenschutzübung in Dülken abgehalten.

Bei Einsätzen wird unterschieden. Alarmeinsätze gibt es 6. Wassereinsätze, Hilfeleistungen, Brandwachen und ähnliche gibt es 24.

1954

Das erste neue Löschfahrzeug, ein LF15 von Magirus, wird beim Löschzug I in Dienst gestellt. Preis ca. 40000 DM. Das Fahrzeug führt neben Ausrüstung auch 1200l Wasser mit sich. Die 90PS Maschine ist so schwach, dass man das Fahrzeug Berg auf bequem mit dem Fahrrad überholen kann. Ebenfalls wird eine TS8 für die Löschgruppe Hagenbroich angeschafft.

1955

Das alte LF25 wird wegen schwerwiegenden Mängeln außer Dienst gestellt.

Man fordert von der Stadt eine Verbesserung der Löschwasserversorgung oder den Kauf eines TLF16 und eines TSF-T und eine weitere Sirene um die Erreichbarkeit der Kameraden besser zur gewährleisten. 

Beim Kreisfeuerwehrtag in Tönisberg im Juli führt die Feuerwehr Süchteln eine Übung unter Atemschutz, was zu dieser Zeit eine Seltenheit ist, mit einem Tornistergerät bei 45°Grad Außentemperatur durch und wird zum glänzenden Verlauf sogar persönlich vom Kreisbrandmeister beglückwünscht.

Am 25. November beschließt der Rat der Stadt die „Feuerwehrgebührenordnung der Stadt Süchteln“ Diese tritt am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft.

1956

Eine neue Tragkraftspritze TS 8/8 wird nebst Zubehör in Betrieb genommen.

Ein VW T1 Kleinlöschfahrzeug TSF-T mit Tragkraftspritze wird angeschafft und bleibt bis 1975 in Dienst.

Heinrich Neumann, ehemaliger Wehrführer der Feuerwehr Süchteln und Kreisbrandmeister des Kreises Kempen Krefeld stirbt am 24. Februar.

1957

Die Stadt Süchteln kauft für nahezu 25.000DM Ausrüstung, vom Binder bis zur Kellerpumpe, für Ihre Feuerwehr.

Die Feuerwehr besteht aus 6 Zügen, mit 92 Aktiven und 32 Mitgliedern der Ehrenabteilung. Vom 01.April 1955 bis zum 31.01.1957 wurde sie 36mal alarmiert bzw. eingesetzt.

1958

Auf dem Weg zu einem Einsatz kommt es zu einem Unfall mit dem TSF-T. Der Kamerad Franz Schröer jr. überfährt eine Stoppstrasse und prallt auf den Streifenwagen der Süchtelner Polizei. Der Schaden ist gering.

Im Berichtsjahr kommt es zu 25 Einsätzen.

1959

Durch extreme Trockenheit muss man alleine zu 63 Flächen- und Waldbränden ausrücken. Teilweise wird man bis zu 4 mal am Tag alarmiert. Bei einem Waldbrand in Dornbusch muss das Wasser aus 1400m Entfernung von Dülkener  Gebiet geholt und mit 2 Tragkraftspritzen in den Wald gedrückt werden.

Am 12.September erreicht die Feuerwehr ein Dankesschreiben eines Herrn A. Holtz aus Mönchengladbach. Ihm rettet die Feuerwehr bei einem Waldbrand auf dem Boisheimer Weg sein Haus. Zum Dank lädt er die Kameraden zur Gaststätte Hilgers auf kühle Getränke ein.

Auf dem Weg zum Brand der Schreinerei Cloesges auf dem Westring verunfallt das, von Kurt Bertges gelenkte, LF 15 am Ostring Ecke Hochstraße.

1960

Die Mitgliederzahl ist auf 84 Aktive und 33 Mitglieder der Ehrenabteilung zurückgegangen. 5 Kameraden werden immer noch vermisst.

Aus Beständen des Bevölkerungsschutzes bekommt die Feuerwehr am 19. März 2 Unimog TLF8. Ein TLF verunglückt auf dem Weg nach Geldern zur Werkstatt, eines wird 1966 abgezogen.

Im Sittard wird der Löschgruppenführer Josef Dammer in die Ehrenabteilung versetzt. Einen Nachfolger gibt es zu diesem Zeitpunkt  nicht. Die Löschgruppe nimmt von da an am Dienst des Löschzuges I teil.

Die Kameraden des Löschzuges Stadt renovieren im Juli und August die Irmgardiskapelle. Sie schlagen den verwitterten Putz ab und kratzen die Fugen aus um diese anschließend zu erneuern.

Im Berichtsjahr 59/60  rückt man zu 87 und im weiteren Verlauf des Jahres zu weiteren 16 Einsätzen aus. Unter anderem zu einem Flugzeugabsturz in Waldniel bei den Rösler-Werken.

1961

Am 21. Juli um 02.31 kommt es wieder zu einem Großfeuer bei Papier und Pappe bei dem hunderte Tonnen Stroh verbrennen. Der Diensthabende Polizist bemerkt einen Feuerschein und löst die Sirenen aus. Beim Eintreffen brennt eine Miete, da die Mieten aber eng aneinander stehen entzünden sich weitere 5. 6 Mieten, ein Holzlager und eine Baubude können gehalten werden. Es werden 2 B und 13 C-Rohre eingesetzt. Der Einsatz endet nach 29Std. Im Juli kommt es zu einem Feuer auf dem Rüttenhof im Sittard. Eine Scheune mit Stroh und Gerät brennt. Die Feuerwehr aus Viersen unterstützt.

1962

Im Januar kommt es zu einem Kleinbrand auf der Geflügelfarm Brötsch auf dem Tuppenend. Das kleine Feuer verursacht jedoch so starken Qualm, dass ca. 1200 Küken sterben. Am 7.September gegen 05.00 morgens kommt es zu einem Großbrand bei der Polsterei Jansen auf der Rahser Str., heute Rheinstr., Das Feuer wird mit mehreren Rohren gelöscht. Das Hinterhaus brennt nieder. Das Vorderhaus kann gehalten werden. Der Einsatz dauert 7,5Std.

1963

Man folgt dem Trend und bekommt, wie die meisten Löschzüge im Kreis, am 01. März, ein Tanklöschfahrzeug TLF16 mit dem Kennzeichen KK-456. Dieses wird von Magirus gebaut und hat 150PS. Preis des Fahrzeugs: 56.778 DM.

Am Anfang des Jahres kommt es zur großen Schneeschmelze. Allein dabei werden 1336 Einsatzstunden für Wassereinsätze geleistet.

Am 24. März wird eines der Unimog TLF8 zum Löschzug III überstellt.

Die Süchtelner Feuerwehr streikt: Nach mehreren Einsätzen auf dem Dülkener Teil der Mülldeponie auf dem Berg weigert sich die Feuerwehr diese zu löschen, weil es Dülkener Müll ist. Die Stadtdirektoren beider Städte nehmen sich der Sache an und schlichten den Streit.

1964

Der Stadt Süchteln wird eine gebrauchte Drehleiter (DL) 17 der Feuerwehr Dülken zum Kauf angeboten. Trotz des Wunsches der Feuerwehr wird diese aber nicht gekauft.

Da es der Löschgruppe V Dornbusch an Mitgliedern mangelt treffen sich der Vorstand der Feuerwehr, die Stadtverwaltung und die verbliebenen Mitglieder der Löschgruppe Dornbusch in der Gaststätte Fritz Ix. In dieser zwei stündigen Besprechung wird OFM Heinrich Heyer zum Löschgruppenführer gewählt. Ihm unterstehen 5 Kameraden. Die Dienste sollen beim Löschzug I abgehalten werden. Ihnen wird versprochen, dass bei reger Teilnahme an den Diensten ihre Ausrüstung wieder verbessert wird. Leider bleibt die Teilnahme sehr gering.

Die Wehr wird zu 22 Einsätzen alarmiert.

1965

Die Stadt Süchteln kauft von der Stadt Kempen eine Opel Blitz DL17 mit Magirus Aufbau und einen fabrikneuen Pulverlöschanhänger P250 von Total zum Preis von ca. 4000DM. Von der Post wird ein gebrauchter VW Käfer aus der Kameradschaftskasse gekauft und zum Kommandowagen umgebaut. Ebenfalls wird ein Motorrad als Melderkrad angeschafft da die Fahrzeuge noch keinen Funk verfügen. Auch werden diverse Geräte und Bekleidung für 6500DM beschafft.

Wegen der räumlichen Enge am Ostwall wird die Drehleiter zunächst in der Halle des LSHD an der Gartenstr.(Anne-Frank-Str.) untergestellt. Später wird ein Stellplatz auf dem Gelände vom Kohlenhändler Neetix, direkt gegenüber des Gerätehauses, gemietet. So kann die Drehleiter zeitnah zum Einsatz gebracht werden.

Die Feuerwehr Süchteln ist Mitglied im LSHD, dem „Luftschutzhilfsdienst“ und hat bei der 41. Feuerwehrbereitschaft den Versorgungszug übernommen. Man bekommt einen Großraumkrankenkraftwagen für einige Jahre. Mehrere Fahrzeuge werden am 15.März von den Kameraden Kurt Bertges, Theo Tophoven, Hans Krücker und Hans-Walter Mertens in Lübeck abgeholt.

Am 03. April werden die Hauptfeuerwache Essen und die Flughafen Feuerwehr Düsseldorf, an Christi-Himmelfahrt wird der Flugplatz Wildenrath besichtigt.

Im September stirbt der oberste Chef der Feuerwehr Süchteln Stadtdirektor Peter Davids im Alter von 59 Jahren.

Die Blauröcke werden zu 43 Einsätzen alarmiert. Im November kommt es zu einem Feuer auf der Hochstr. 48-50 bei dem eine Frau durch Einsatz aller Kräfte in letzter Minute aus dem brennenden Haus abenteuerlich über Steckleiter in einem Innenhof und dann ins nächste Gebäude gerettet werden kann. Sie wird schwer verletzt mit dem Streifenwagen der Süchtelner Polizei ins Krankenhaus verbracht, wo sie kurz darauf verstirbt. Das Feuer wird anschließend mit 6 C-Rohren bekämpft. Aufgrund sehr niedriger Temperaturen müssen die Pumpen mit Wachsfackeln aufgetaut werden. Alle eingesetzten Schläuche müssen erneuert werden. Die ebenfalls alarmierte Feuerwehr Dülken wird nicht eingesetzt.

Bei einer Großübung an der Jugendwiese stiehlt die Feuerwehr dem DRK die Show. Das TLF wird so stark festgefahren, dass es nur mit Hilfe des LF15 und eines Unimog TLF8 befreit werden kann.

1966

Am 20. Juli des Jahres wird HBM Hugo Wirth zunächst Wehrführer und ist ab dem Jahr 1970, der Kommunalen Neugliederung, Löschzugführer.

Im November füllt die Feuerwehr zur Probe das neue Süchtelner Hallenbad an der Schoppenhauerstrasse in der nähe der Hauptschule mit Wasser.

Am 01. Juni legt Karl Külkens sein Amt als Gerätewart nieder. Neuer Gerätewart wird Hans-Walter Mertens.

Im Dezember wird beschlossen die Löschgruppe Dornbusch aufzulösen und die Kameraden beim Löschzug Stadt einzugliedern.

Eine erste Kameradschaftstour nach Paris wird unternommen.

1967

Die Mitgliederzahl sinkt, Stand 31.Oktober, auf 79 Aktive und 30 Ehrenmitglieder. 3 Angehörige werden immer noch vermisst.

Brandmeister Theo Kreppel wird mit Wirkung zum 10. Oktober zum Sicherheitsbeauftragten ernannt.

Ein Großteil der Kameraden unterstützt die Haussammlung des Deutschen Roten Kreuz in Süchteln.

Am 04.Mai besucht man uniformiert die Berufsfeuerwehr Duisburg und besichtigt die Hauptfeuerwache und das Löschboot im Hafen.

Kurz darauf, am 03. Juni, wird ein Ausflug mit den Frauen in die Eifel unternommen. „Aus Dankbarkeit wollen wir unseren treusorgenden und verständnisvollen Frauen einige Stunden der Entspannung gönnen.“ heißt es in der Einladung.

Bei Motocross Rennen stellt die Feuerwehr am 27. August des Jahres eine Brandsicherheitswache.

Kurz vor Weihnachten, am 15. Dezember, tritt eine neue Gebührensatzung für die Feuerwehr in Kraft.

Am 24.Dezember wird die Löschgruppe Dornbusch endgültig aufgelöst. Die Wehr muss zu 83 Einsätzen ausrücken. Es kommt zu mehreren nennenswerten Einsätzen. Am 26.Januar kommt es zum ersten schweren, genannten Verkehrsunfall in der Geschichte. Zwei Pkws prallen frontal zusammen. Ein PKW gerät dabei in Brand, der eingeklemmte Fahrer verbrennt. Die Beifahrerin des anderen PKW verstirbt auf dem Weg ins Krankenhaus im „Klinomobil“. Lediglich der Fahrer überlebt schwer verletzt. Die Feuerwehr Süchteln löscht den PKW und muss den verbrannten Fahrer bergen. Im Juli brennen Teile des Versandlagers der Firma Schwan, Hersteller von Leder- und Kunststoffartikeln, an der Unterstr. Eine Gasexplosion erschüttert am 10. August die Abteistraße Im Haus Nr.3 richtet diese schwere Schäden an. Alle Fenster werden zerstört und Wände eingedrückt. Ein 17jähriger wird aus dem Haus gerettet, stirbt aber auf dem Weg ins Krankenhaus. Am 11. September brennt auf der Grefrather Str. 240 eine mit Heu und Stroh gefüllte Scheune. Die Löschzüge I, III und IV löschen mit 43 Mann bis zu 27Std. bis das Feuer endgültig erloschen ist.

1968

Am 22.Juni besichtigen 33 Kameraden den Fliegerhorst Nörvenich, Jagdbombergeschwader31 „Boelcke“.

Anfang September unterstützen die Süchtelner beim beseitigen von Wasserschäden in Lobberich. Im November kommt es zu einem Feuer in den Pektinwerken, Grefrather Str. Die sich zufällig auf Bewegungsfahrt befindende Feuerwehr wird vor dem Tor angehalten und geht direkt mit 2 B und 6 C-Rohren zur Brandbekämpfung vor.

Eine groß angelegte, nicht angekündigte Katastrophenschutzübung bei der Papier und Pappe AG an der Grefrather Str. sorgt für Aufregung. Lange Zeit wird den Angehörigen der Mitarbeiter keine Auskunft erteilt was wirklich passiert ist.

1969

Nachdem schon in den 50ziger Jahren über den Neubau eines Gerätehauses diskutiert wurde, wird mit dem Bau der neuen Feuerwache in Süchteln begonnen. Sie soll später 750.000DM kosten.

Am 01. Februar besichtigen die Kameraden den Flughafen Düsseldorf nebst Feuerwehr.

Es werden  von der Stadt Süchteln unter anderem 5 Handsprechfunkgeräte, 4 Fahrzeugfunkgeräte, ein Stromgenerator nebst Beleuchtungsmaterial und 2 Pressluftatmer beschafft. Gesamtwert: 28.800DM.

Im Zuge der kommunalen Neugliederung wird Hagen an die Stadt Süchteln übergeben. Dadurch kommt der Löschzug Hagen zur Feuerwehr Süchteln. Da Ihnen aber das Fahrzeug schon im Vorfeld von der Gemeinde Oedt abgenommen wird und es nur wenige Mitglieder gibt wird der Löschzug im Dezember 1970 aufgelöst und die Aktiven werden in den Zug I aufgenommen.

Kurz vor dem angesetzten Kameradschaftsabend  im Januar brennt das mittlerweile zum Abbruch freigegebene Haus in dem die „Milchbar“ (heute Deutsche Bank) ist. Beim Großbrand der Fa. Freymark & Büch in Dülken am 01.03. Nachts gegen 02.30Uhr kommt auch die Feuerwehr Süchteln zum Einsatz. Um sich zu verpflegen wird auf Kosten der Feuerwehr eine Schachtel Zigaretten zum Preis von 5 DM gekauft.

1970

Im Zuge der Kommunalen Neugliederung und der damit verbundenen Zusammenlegung mehrerer Orte zu Städten wird die Feuerwehr Süchteln zum Löschzug Süchteln der Freiwilligen Feuerwehr Viersen. Die kleineren Löschzüge der Feuerwehr Süchteln werden zu Löschgruppen. 1. Wehrführer wird Walter Woters aus Viersen.  Bei der ersten Generalversammlung der Gesamtwehr im Saal Markett an der Hardter Str. wird aus Süchteln der Kamerad UBM Karl Breuer zum Kassenwart.